Im Gespräch #7

Argon Hörbuch Verlag fragt Bernhard Moestl

Über die Faszination der Kampfkunst

Sie wurden einmal als »Europäer mit asiatischem Geist« bezeichnet. Woher kommt Ihre Faszination für Asien?

Begonnen hat alles mit Kwai Chang Caine und der Fernsehserie Kung-Fu. Caine hatte das, wovon man als Jugendlicher träumt: Die Gelassenheit des Unbesiegbaren und einen Meister, der diese Bezeichnung auch verdient. Es folgte die Beschäftigung mit Kampfkunst und schließlich im Jänner 1991 der erste zweimonatige Überlandtrip durch Südostasien. Von da an haben mich der Kontinent und seine Menschen nicht mehr losgelassen.

Die Lehren aus dem berühmten Shaolin-Kloster in Henna, China sind Grundlage für das vorliegende Hörbuch. Sie selbst haben die Mönche des Klosters hautnah erlebt. Was macht ihre Weisheit für unsere heutige Welt so faszinierend?

Zuerst einmal sicher einmal die Erkenntnis, dass nur das Denken einen Menschen zu dem macht, das er ist, dass
alleine das Wissen um die eigenen Fähigkeiten reicht, um unbesiegbar zu sein. Die Idee, so gut kämpfen zu lernen, dass man nicht mehr kämpfen muss. Und natürlich die Ansicht, injeder Hinsicht zuerst einmal auf sich selbst zu schauen. Das ist bei uns etwas abhanden gekommen.

Ist eine Umstellung vom westlichen Lebensstil auf den kargen Klosteralltag nicht schwierig? Was ist Ihnen am schwersten gefallen? Welchen kleinen Luxus leisten Sie sich doch heimlich, wenn Sie wieder in Deutschland sind?

Heute ist es nicht mehr schwierig weil man auch in
Shaolin mit der Zeit geht. Als ich das erste Mal dort war habe ich in einer Art Stall gewohnt und hatte einen
eiskalten Brunnen als einzige Wasserquelle. Ich bin kein Luxusmensch in westlichem Sinn. Mein Luxus ist das
Unterwegssein und die Möglichkeit, mein Leben so zu verbringen, wie ich es möchte.

Bezüglich Hörbuch: Was, glauben Sie, kann Stimme, was Schrift nicht kann?

Ich möchte in meinen Büchern die Leser auf eine Reise mitnehmen, zu ihren Fähigkeiten, zu ihren Befürchtungen und zu dem, das sie sind. Meine Rolle sehe ich als die
eines Begleiters, eines Fragestellers, aber auch als die eines Gesprächspartners. Was wäre da passender als das gesprochene Wort?

Und zum Schluss aus reiner Neugier: wann gehen Sie wieder ins  Shaolin-Kloster?

Wenn ich es zeitlich hinbekomme dann im Sommer 2013!

 

 

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